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Runderneuerte Reifen:
Die Alternative zu einem neuen Reifen ist ein runderneuerter Reifen. Dazu wird
bei einem abgefahrenen Reifen die alte Lauffläche maschinell abgerauht (oder mit
Messern abgeschält), eine neue Lauffläche aufgelegt und anschließend
vulkanisiert. Diese Methode ist in der Herstellung bis zu einem Drittel billiger
als die Herstellung eines Neureifens. Heutzutage werden dabei zwei Verfahren
angewendet: die Kaltrunderneuerung und die Heißrunderneuerung.
Im PKW-Bereich spielen runderneuerte Reifen in Deutschland aus Kostengründen
eine eher untergeordnete Rolle. Bei den Sommerreifen haben sie weniger als 1%
Marktanteil; bei den Winterreifen ca. 5%. Sie sind nicht als
Hochgeschwindigkeitsreifen (Kennung ZR, Y, ...) erhältlich und dürfen so auf
vielen Fahrzeugen nicht eingesetzt werden, da bei Sommerreifen der
Geschwindigkeitsindex des Reifens höher sein muss als die bauartbedingte
Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs. Dies hängt damit zusammen, dass die
Hersteller runderneuerter Reifen der Alterung der Karkasse Rechnung tragen und
den Geschwindigkeitsindex ihrer Reifen herabstufen. Aus einem ehemaligen
V-Reifen wird also ein H-Reifen, aus einem H-Reifen ein T-Reifen usw. Bei
LKW-Reifen hingegen haben die runderneuerten einen Marktanteil von ca. 40 %.[1]
Entgegen häufiger Auffassung haben runderneuerte Reifen im Allgemeinen keinen
erhöhten Rollwiderstand mehr gegenüber Neureifen. Weiterentwickelte und auch
neue Technologien bei der Herstellung und Verarbeitung der neuen Laufflächen
sind der Grund dafür. Auch runderneuerte Reifen müssen über eine EWG-Zulassung
verfügen und entsprechend gekennzeichnet sein. Ferner dürfen in Deutschland
Reifen nur einmal runderneuert werden. Trotzdem können runderneuerte Reifen von
Anfang an Probleme haben, wie Höhen- und Seitenschläge, die zu ähnlichen
Symptomen führen, wie bei schlecht ausgewuchteten Reifen.
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